Unabhängig

Als unabhängiger ERP-Berater bin ich in der einzigartigen Position, Ihnen objektive und frei von Interessenkonflikten Lösungen anzubieten. Diese Position ermöglicht es mir, Ihnen ehrliche und transparente Beratung anzubieten, die ausschließlich darauf abzielt, Ihre Interessen zu vertreten und Ihnen den größtmöglichen Nutzen zu bieten.

Prozessoptimierung

Durch eine eingehende Analyse Ihrer Unternehmensabläufe identifiziere ich Engpässe und entwickle maßgeschneiderte Strategien zur Steigerung der Effizienz und Produktivität. Mit meinem Fachwissen und meiner Erfahrung unterstütze ich Sie dabei, Ihre Prozesse zu optimieren und Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen.

Ganzheitlicher Ansatz

Mein ganzheitlicher Ansatz umfasst nicht nur ein tiefgreifendes Verständnis für Technologie, sondern auch geschäftliche Aspekte, die ich durch Jahrzehnte lange Erfahrungen als CEO/CTO gewonnen habe. Diese Kombination ermöglicht es mir, Lösungen zu entwickeln, die einen wirklichen Mehrwert für Ihr Unternehmen schaffen. Mit einem Fokus auf Innovation und Effizienz unterstütze ich Sie dabei, Ihre Unternehmensziele zu erreichen und langfristigen Erfolg zu sichern.

Services

Meine jahrelange Expertise für Ihren Mehrwert


Meine ERP-Beratung bietet Ihnen maßgeschneiderte Lösungen zur Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse, was Ihre Effizienz steigert und Kosten reduziert. Ich sorge für eine verbesserte Datenqualität und nahtlose Integration bestehender Systeme, um Fehler und Datensilos zu vermeiden. Durch individuelle Anpassungen und umfassende Schulungen erleichtere ich Ihnen die Nutzung von SAP Business One und erhöhe Ihre Produktivität. Mein proaktiver Support und die Performance-Optimierung garantieren eine zuverlässige Systemnutzung. Mit robusten Sicherheitsmaßnahmen und Compliance-Beratung schütze ich Ihre Unternehmensdaten und gewährleiste die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen. So verbessern sich Ihre Entscheidungsfindung und Wettbewerbsfähigkeit, während langfristig Kosten gesenkt werden.

Beratung und Implementierung
01
Schulung und Support
02
Anpassung und Integration
03
Kostenfalle Automatisierung

Wer in letzter Zeit eine SAP-Präsentation zu Business One gesehen hat, kennt die Folien und Videos: Bots holen Rechnungen aus dem Postfach, eine KI liest die Belege, Aufträge legen sich fast von selbst an. Ich verstehe gut, warum das bei Kunden ankommt. Wer jeden Morgen eine Stunde PDFs abtippt, will genau das hören und sehen.

Was auf der Folie fehlt, ist aber der Hinweis auf einen zweiten Vertrag. Nichts davon ist in der Business One Lizenz inkludiert. Es läuft alles auf der SAP Business Technology Platform, kurz BTP, und die wird separat und nach Verbrauch abgerechnet.

Ich nehme das Thema hier mal auseinander: was SAP Build Process Automation für Business One tatsächlich macht, wo das Geld hingeht und warum man für die meisten Automatisierungen gar keine BTP braucht.

Was Build Process Automation für Business One mitbringt

Build Process Automation, meist kurz BPA genannt, ist der Workflow- und RPA-Baukasten der SAP BTP. Für SAP Business One liegen im Store sechs fertige Bot-Vorlagen. Sie holen Belege aus E-Mail-Postfächern, laden Lieferantenrechnungen in die Rechnungserkennung, hängen Liefernachweise an Lieferung und Rechnung, machen aus einer PDF-Bestellung einen Kundenauftrag, reichern Geschäftspartner-Stammdaten an und legen Aktivitäten an. Dazu kommen die üblichen BPA-Bausteine wie Formulare, Freigabeschritte und die Belegerkennung DOX.

Interessant wird es, wenn man nachschaut, wie diese Bots eigentlich in Business One schreiben. Sie nutzen dafür den Service Layer, also die OData-Schnittstelle, die ohnehin zu SAP Business One gehört, also bei jeder Installation dabei ist (ohne weitere Kosten). Den Desktop Agent (Windows-basierend), den SAP vorschreibt, braucht es nur für das Drumherum: Outlook auslesen, Dateien aus Ordnern holen, mal eine Excel-Datei öffnen. Irgendwo muss dafür allerdings ein Windows-Rechner dauerhaft laufen, bei gehosteten Systemen also eine zusätzliche VM beim Hoster.
Das klingt nach einem technischen Detail, ist aber der Kern der ganzen Sache. SAP automatisiert Business One über eine Schnittstelle, die der Kunde längst bezahlt hat.

Wo es teuer wird

BPA selbst ist gar nicht das Problem. Das Problem ist die Plattform darunter.
Die BTP ist ein eigener Vertrag, entweder Pay-as-you-go oder ein Enterprise Agreement. Gezählt wird so ziemlich alles: aktive Nutzer, Bot-Läufe, Workflow-Instanzen, API-Aufrufe, Speicher. Eine Obergrenze gibt es nicht. Wer nicht regelmäßig ins Cockpit schaut, merkt es an der Monatsrechnung.
Das Lizenzmodell ist außerdem so verschachtelt, dass ich selbst jedes Mal nachlesen muss. Für BPA allein gab es zeitweise neun Service-Pläne. Wer kostenlos testen will, braucht „free (Application)“ und „standard“. Dabei kostet „standard“ nichts, „standard (Application)“ dagegen schon. Im SAP-Forum finden sich Leute, die nach so einem Test Rechnungen über mehrere hundert Euro bekommen haben, weil sie den falschen Plan aktiviert hatten.

Auf der Rechnung zerfällt BPA dann in Einzelposten. Wer Workflows baut, braucht einen Advanced User. Jeder Mitarbeiter, der einen Workflow startet oder freigibt, zählt als Standard User. Bots ohne Benutzer laufen unter Unattended Automation, und die Belegerkennung hängt an einem eigenen Kontingent.

Und dann ist da noch der Betrieb. Subaccount, Entitlements, Destinations, Cloud Connector zum gehosteten System, Desktop Agent auf der Windows-VM, Rollen und Berechtigungen. Das richtet kein Key-User nebenbei ein, und in einem Unternehmen mit 15 oder 30 Business One Usern gibt es dafür normalerweise niemanden; ein Job für den externen Consultant.

Unterm Strich hängt an einem Freigabeworkflow, den man fachlich in ca. zwei Tagen baut, ein Plattformvertrag samt Betriebsaufwand. Für einen Mittelständler passt das selten zusammen.

Was stattdessen geht

Wenn die SAP-Bots also sowieso über den Service Layer gehen, kann das jedes andere Werkzeug auch. Aus meiner Sicht kommen fünf Varianten in Frage:

WegLizenzkostenWofür geeignetEinschränkung
B1 Integration Framework (B1iF)In der B1-Lizenz enthaltenPostfächer pollen, Dateien verarbeiten, Belege anlegen, einfache WorkflowsSperrige Oberfläche, Einrichtung durch B1 Consultant
Workflow-Tools wie n8n, Make, Power AutomateGering bis moderat, oft FlatrateFreigaben mit Formular und E-Mail, Anbindung von Drittsystemen, ZeitpläneKein SAP-Support, eigener Betrieb oder SaaS-Abo
Add-ons wie coresuite oder CKSEinmalig oder WartungFreigaben und Automatisierung direkt im ClientNur im Windows-Client, nicht im Web Client (Stand 10.2026)
Eigene Dienste gegen den Service LayerEntwicklungsaufwandBelegerkennung per KI, Spezialfälle, IntegrationenWartung liegt beim Dienstleister
MCP-Server für KI-AgentenServer einmalig, KI-Modell nach NutzungAuswertungen in natürlicher Sprache, Belegentwürfe, wiederkehrende SachbearbeitungBerechtigungen, Freigaben und Protokollierung müssen sauber gelöst sein

Für den Klassiker, also Rechnungen aus dem Postfach holen, prüfen und als Eingangsrechnung anlegen, reicht ein B1iF-Szenario oder ein kleiner n8n-Workflow auf einer VM. Das Auslesen der PDFs schafft inzwischen jedes gängige Sprachmodell ordentlich, und zwar für deutlich weniger Geld als ein DOX-Kontingent. Einen Freigabeworkflow mit Formular und Vier-Augen-Prinzip baut man in n8n an einem Tag, ohne Cockpit und ohne Agent.

Und dann gibt es noch MCP

Am meisten Bewegung sehe ich gerade beim Model Context Protocol, kurz MCP. Das ist ein offener Standard, über den KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT oder Copilot mit anderen Systemen arbeiten. Ein MCP-Server für SAP Business One sitzt zwischen Assistent und Service Layer. Man fragt also etwa „Welche Eingangsrechnungen hängen seit 14 Tagen in der Freigabe?“ oder „Mach aus der PDF-Bestellung einen Auftragsentwurf“, und der Server erledigt die Abfragen und API-Aufrufe dahinter.

Technisch ist das gar nicht so weit weg von BPA. Der große Unterschied ist, wer die Kontrolle hat. Das KI-Modell sucht man sich selbst aus und kann es wechseln, sobald ein besseres oder günstigeres kommt. Und statt Workflows im Designer zusammenzuklicken, beschreiben die Leute aus der Fachabteilung einfach nur, was sie brauchen.

Ganz ohne Haken ist das natürlich auch nicht. KI-Modelle rechnen ebenfalls nach Verbrauch ab, nur sieht man dort die Kosten pro Anfrage und kann ein Budgetlimit setzen. Einem Agenten mit Schreibrechten sollte man außerdem nicht blind vertrauen. Bewährt hat sich ein einfaches Prinzip: Lesen darf er alles, schreiben nur als Entwurf, gebucht wird erst nach Freigabe durch einen Menschen. GoBD und DSGVO gelten selbstverständlich weiter. Jede Änderung muss protokolliert sein, und für das Modell braucht es einen AV-Vertrag mit einem Serverstandort, der zu den Daten passt.

Wenn das sauber aufgesetzt ist, halte ich MCP für die flexibelste Variante. Sie hängt an keinem Plattformanbieter und läuft mit dem Web Client genauso wie mit dem klassischen Client.

Das gilt übrigens für alle fünf Wege. Auch wenn SAP Business One irgendwann nur noch im Browser läuft, ändert sich daran nichts, denn der Web Client nutzt selbst den Service Layer. Was dort per Klick geht, geht auch per API.

Was der Markt gerade anbietet

Wer nach fertigen KI-Lösungen für Business One sucht, stößt derzeit auf eine Handvoll Angebote. Vier davon habe ich mir genauer angeschaut:

AngebotWas es istVoraussetzungAbrechnung
Ask AI im Web Client (SAP, ab FP2608)KI-Assistent in Listen- und Detailansichten, dazu Abfragen (UDQ) aus normaler Sprache; Modell typischerweise OpenAI GPT über SAP AI CoreWeb Client, BTP-Konto (Pay-as-you-go), Subaccount mit SAP AI Core und Generative AI Hub, Konfiguration in den FirmeneinstellungenNach Verbrauch von SAP AI Core
MyWave.aiKI-Oberfläche mit Agenten für Business One, SAP-validiert, Vertrieb über PartnerJe nach Partner; die Cloudiax-Variante setzt Hosting in der Cloudiax Private Cloud vorausLizenz direkt bei MyWave; bei Cloudiax Festpreise ab drei Usern
AXeLANT (Cloudiax)Agentenplattform, die Business One über MCP und APIs mit E-Mail, CRM, Webshop oder DMS verbindetBusiness One in der Cloudiax Cloud(noch) keine öffentlichen Preise
Versino AIMCP-Server für Business One plus Cockpit, in dem jeder Schritt sichtbar ist und freigegeben wirdGehostet bei Cloudiax; ob das eigene SAP Business One dort laufen muss, nennt Versino nicht ausdrücklichKostenlose Einstiegsstufe, Bezahlpläne ab 199 € im Monat, gestaffelt nach Agenten und Integrationen; Modellkosten (Tokens) je Agent und Aufgabe ausgewiesen

Bei Ask AI lohnt sich ein zweiter Blick. Im Kern steckt tatsächlich ein OpenAI-Modell, laut SAP-Dokumentation typischerweise GPT-5. Der Web Client spricht es aber nicht direkt an. Dazwischen sitzt SAP AI Core auf der BTP, das die Anmeldung per Service Key übernimmt, die Anfragen an das passende Modell weiterleitet und das Modell bereitstellt. Auch die KI im SAP-Standard braucht also ein BTP-Konto und rechnet nach Verbrauch ab. Konto und Bereitstellung kosten nichts, bezahlt wird jede Nutzung. Ein bisschen Arbeit ist es trotzdem: BTP-Konto beantragen, Subaccount anlegen, den Generative AI Hub in SAP AI Core einrichten und das Ganze dann im Web Client in den Firmeneinstellungen hinterlegen. Fairerweise nennt SAP gute Gründe für diesen Aufbau. Zugangsdaten, Datenresidenz und Governance liegen zentral in der BTP statt direkt bei einem KI-Anbieter, und Geschäftsdaten gehen nur an die KI, wenn ein Anwender sie bewusst übergibt. An der Abrechnung nach Verbrauch ändert das aber nichts, und um genau dieses Thema geht es in diesem Beitrag. Wer ohnehin mit einem OpenAI-Modell arbeiten will, kann es übrigens auch über einen MCP-Server anbinden, dann direkt und ohne die BTP dazwischen.

Auffällig finde ich, wie viel sich gerade um Cloudiax sammelt. MyWave gibt es dort als gehostete Variante, AXeLANT ist exklusiv dort da ein Eigenprodukt, und Versino verweist bei seinem KI-Angebot ebenfalls auf Cloudiax. Für Kunden, die dort ohnehin hosten, ist das bequem. Wer woanders hostet, trifft mit der KI-Wahl aber gleichzeitig eine Hosting-Entscheidung. Die Bindung, die man bei der BTP vermeiden will, holt man sich so unter Umständen auf anderem Weg wieder ins Haus.

Positiv ist, dass sich die Anbieter beim Thema Kontrolle einig sind. AXeLANT trifft laut Cloudiax keine Entscheidung ohne den Anwender, und bei Versino bereitet die KI vor, während der Mensch freigibt. Versino gibt außerdem an, dass SAP Business One die Berechtigungen des angemeldeten Users eins zu eins durchsetzt. Genau diese Frage sollte man jedem Anbieter stellen, bevor man unterschreibt. Bei den Preisen ist Versino zudem erfreulich konkret: kostenlos zum Ausprobieren, ab 199 Euro im Monat produktiv, und die Tokenkosten der Modelle werden pro Agent und Aufgabe ausgewiesen. Ganz ohne Verbrauchsanteil geht es also auch hier nicht, aber man sieht wenigstens, wofür man zahlt.

Einen ausführlicheren Vergleich von SAP-BTP, Hoster-Plattform und eigener MCP-Anbindung habe ich im August geschrieben: KI in SAP Business One: Drei Wege, drei Kostenmodelle.

Wann sich BTP dennoch lohnt

Ich will BTP hier nicht schlecht reden, es gibt Fälle, in denen der Weg Sinn ergibt. Hat ein Unternehmen ohnehin schon einen BTP-Vertrag, weil noch andere SAP-Produkte im Haus sind, dann sind die Grundkosten ja schon da und BPA kommt nur obendrauf. Wer den SAP Business One Web Client selbst erweitern will, also eigene Felder oder Masken in der Fiori-Oberfläche, kommt an BTP ebenfalls nicht vorbei. Den alten UI-API-Weg gibt es dort nicht mehr. Und manche Kunden wollen schlicht alles im SAP-Standard mit SAP-Support haben und zahlen dafür bewusst mehr. Auch das ist eine legitime Entscheidung.

Passt nichts davon, würde ich den Service Layer mit einem schlanken Werkzeug nehmen. Vorher lohnt sich ein ehrlicher Blick auf ein paar Fragen. Was kostet die Lösung im dritten Jahr? Plattformverträge wachsen mit der Nutzung, das erste Jahr sagt wenig. Wer betreut das Ganze, wenn der Berater mal nicht greifbar ist? Einen n8n-Workflow versteht ein IT-affiner Mitarbeiter, bei einem BTP-Subaccount wird es schwierig. Und was passiert, wenn SAP das Produkt mal wieder umbaut? Aus Intelligent RPA wurde SAP Process Automation und daraus Build Process Automation, und das Lizenzmodell hat sich dabei auch verändert.

Mein Fazit

Bei Automatisierung in SAP Business One geht es weniger um Lizenzen als um Architektur. Die Schnittstelle, über die SAP selbst automatisiert, ist bereits bezahlt. Ob man darauf einen Plattformvertrag mit offenem Zähler setzt, ein Werkzeug, das man selbst in der Hand hat, oder einen KI-Agenten nach Wahl, sollte man vor dem ersten Automatisierungfall klären. Nach der ersten Rechnung ist es meistens zu spät.

Wenn Sie gerade über einen konkreten Prozess nachdenken, ob Rechnungseingang, Bestellfreigabe oder Aufträge aus Kundenbestellungen, melden Sie sich gern. Dann schauen wir zusammen, was zu Ihrer Größe und Ihrem Hosting passt.

KI in SBO
KI in SAP Business One: Drei Wege, drei Kostenmodelle


Mit dem Feature Package 2608 kommen erstmals KI mit SAP BUSINESS ONE direkt in den Web Client.

Außerdem stellt sich nicht mehr die Frage, ob KI im ERP-System ankommt, sondern auf welchem Weg.

Diese Erkenntnis ist wirtschaftlich deutlich relevanter, als sie zunächst klingt.

Es gibt nicht nur einen Weg, sondern mindestens drei.
Zudem unterscheiden sie sich in den laufenden Kosten.

  • Sie unterscheiden sich im Einrichtungsaufwand.
  • Sie unterscheiden sich, wo Ihre Geschäftsdaten verarbeitet werden.
  • Sie unterscheiden sich darin, wie abhängig Sie sich von einem einzelnen Anbieter machen.

Zuerst der Anwendungsfall, dann die Technik

Vorweg der Punkt, der in der aktuellen Diskussion am häufigsten untergeht: Keine dieser Optionen ist per se die richtige. Die Entscheidung fällt nicht anhand der Technologie, sondern anhand der Aufgabe.

Deshalb steht am Anfang eine sehr unspektakuläre Frage. Welche wiederkehrende Tätigkeit in Ihrem Unternehmen kostet tatsächlich Zeit, und wie viel wäre Ihnen ihre Automatisierung im Monat wert?

Typische Antworten aus der Praxis:

  • Auswertungen, die heute jemand manuell in Excel zusammenbaut, weil niemand die passende Abfrage schreiben kann
  • Bestellungen, die per E-Mail eingehen und von Hand als Auftrag erfasst werden
  • Abgleich von Stammdaten zwischen CRM und ERP
  • Vorbereitung von Mahnvorschlägen
  • Beantwortung von wiederkehrenden Fragen zu Beständen, Margen oder offenen Posten

Wer diese Frage nicht beantworten kann, sollte kein KI-Projekt starten, sondern zuerst seine Prozesse anschauen. Wer sie beantworten kann, hat bereits das Kriterium, an dem sich die drei Wege messen lassen.

Weg 1: Die KI-Funktionen von SAP über die Business Technology Platform


Der naheliegende Weg ist der, den SAP selbst vorzeichnet. Die mit FP2608 eingeführten KI-Funktionen im Web Client laufen über die SAP Business Technology Platform (BTP) und den dort angesiedelten generativen KI-Dienst.

Was dafür spricht

Die Funktionen sind in den Standard integriert und erscheinen dort, wo Ihre Anwender ohnehin arbeiten. Sie werden von SAP weiterentwickelt und gepflegt. Es entsteht keine Eigenentwicklung, die Sie später selbst warten müssen. Für Unternehmen, die ohnehin auf einen möglichst standardnahen Betrieb setzen, ist das ein gewichtiges Argument.

Was Sie wissen sollten

Diese Funktionen sind nicht Bestandteil Ihrer bestehenden SAP Business One Lizenzen. Sie setzen ein eigenes Konto auf der Business Technology Platform sowie eine gesonderte Buchung voraus. Abgerechnet wird typischerweise verbrauchsabhängig, das heißt, die Kosten steigen mit der Nutzung. Dazu kommt einmaliger Einrichtungsaufwand, unter anderem für die Anbindung Ihres Systems und die Berechtigungssteuerung.

Verbrauchsabhängige Modelle haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie lassen sich vorab schlecht kalkulieren und im Betrieb schlecht deckeln. Wer eine Funktion einmal freigeschaltet hat, kann selten kontrollieren, wie intensiv sie genutzt wird. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung, welche Obergrenzen sich technisch setzen lassen.

Der zweite Punkt betrifft die Datenverarbeitung. Ihre Geschäftsdaten werden bei diesem Weg außerhalb Ihres ERP-Systems verarbeitet. Wo genau, unter welchen vertraglichen Bedingungen und mit welchen Aufbewahrungsregeln, gehört in die Prüfung vor der Unterschrift, nicht danach.

Weg 2: Die Plattformlösung über den Hosting-Anbieter

Mehrere Anbieter im SAP Business One Umfeld bauen derzeit eigene KI-Ebenen über das ERP-System. Ein Beispiel aus dem deutschsprachigen Raum ist Cloudiax mit AXeLANT.

Das Konzept: Eine Schicht zwischen den Systemen und der KI, die ERP, E-Mail, Dokumente und weitere Werkzeuge zu Abläufen verbindet. Spezialisierte Agenten übernehmen wiederkehrende Aufgaben wie Bestellvorschläge, Lieferstatus, Mahnläufe oder Stammdatenabgleich. Die Freigabe bleibt beim Menschen, definierte Leitplanken legen fest, wann nachgefragt wird, etwa bei hohen Beträgen oder neuen Lieferanten. Der Einstieg ist auch mit einer einzelnen Automatisierung möglich.

Was dafür spricht

Der Betrieb erfolgt in den Rechenzentren des Hosters, im Fall von Cloudiax unter anderem in Deutschland. Eingesetzt werden dort lokal betriebene quelloffene Sprachmodelle, die Daten verlassen die gewählte Region nicht. Für Unternehmen, denen Datensouveränität wichtig ist, ist das ein deutlicher Unterschied zu Weg 1. Es ist keine eigene Infrastruktur nötig, und der Einstieg ist bewusst niedrigschwellig gehalten.

Was Sie wissen sollten

Solche Lösungen sind in der Regel an das Hosting des Anbieters gebunden. Bei AXeLANT ist das ausdrücklich so: Die Nutzung setzt voraus, dass Ihr SAP Business One System in der Cloudiax Cloud betrieben wird. Für Anwender, die dort ohnehin hosten, ist das ein sehr aufwandsarmer Weg. Für alle anderen ist es keine reine KI-Entscheidung, sondern zugleich eine Hosting-Entscheidung mit allem, was dazugehört.

Hinzu kommt der Reifegrad. AXeLANT befindet sich derzeit (Stand August 2026) in einer Early-Access-Phase mit Warteliste. Konkrete Preise werden nicht öffentlich genannt, verwiesen wird auf ein Startpaket über den betreuenden Partner. Das ist zu diesem Zeitpunkt nachvollziehbar, bedeutet aber, dass Sie für eine belastbare Kalkulation ein individuelles Angebot benötigen.

Und schließlich der Punkt, den man bei jeder Plattform mitdenken sollte: Je mehr Ihrer Abläufe darin abgebildet sind, desto aufwendiger wird ein späterer Wechsel.

Weg 3: Die eigene Integration über MCP

Der dritte Weg ist der am wenigsten bekannte und in vielen Fällen der pragmatischste.

Das Model Context Protocol, kurz MCP, hat sich innerhalb kurzer Zeit als offener Standard dafür etabliert, wie KI-Anwendungen auf ERP-Systeme zugreifen. Statt für jede Kombination aus Modell und System eine eigene Schnittstelle zu bauen, gibt es eine einheitliche Ebene dazwischen.

SAP selbst hat in der Roadmap 2026 die Unterstützung eines quelloffenen MCP-Servers für SAP Business One angekündigt. Unabhängig davon existieren bereits mehrere Umsetzungen, die über die Service Layer auf das System zugreifen, teils quelloffen, teils kommerziell.

Was dafür spricht

Sie bauen eine Anbindung für den Anwendungsfall, den Sie tatsächlich haben, statt eine Plattform mit allem zu abonnieren, was Sie nicht brauchen. Der Zugriff lässt sich auf definierte Objekte, Belege und Berechtigungen begrenzen. Das eingesetzte KI- bzw. Sprachmodell ist austauschbar, Sie sind also nicht an einen Anbieter gebunden und können auf Preisentwicklungen reagieren.

Je nach Modellwahl liegen die laufenden Kosten deutlich unter denen einer kompletten Plattformlösung. Und wenn Sie solch ein Modell auch im Rechenzentrum wie Cloudiax in der Private-Cloud betreiben, findet somit auch kein unkontrollierter Datenabfluss an Dritte statt. Für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Vertraulichkeit ist das häufig das entscheidende Argument.

Was Sie wissen sollten

Der Aufwand verschiebt sich etwas auf die eigene Seite. Er liegt hier in Konzeption, Einrichtung und Berechtigungsdesign, nicht im monatlichen Abonnement. Und Sie benötigen einen SAP Business One Partner wie uns, der sowohl die Service Layer als auch Ihre Prozesse versteht.

Für ein oder zwei klar umrissene Aufgaben rechnet sich das häufig schnell. Für zwanzig verteilte Automatisierungen quer durch alle Abteilungen ist eine Plattformlösung dann doch die bessere Lösung.

Die drei Wege im Vergleich

KriteriumSAP BTPPlattform des HostersEigene MCP-Integration
EinstiegshürdeNiedrig, StandardnahNiedrig, sofern passendes HostingMittel, Konzeption nötig
Laufende KostenVerbrauchsabhängig, schwer deckelbarAbonnement, individuell verhandeltAbhängig vom Modell, gut steuerbar
DatenverarbeitungAußerhalb des SystemsRechenzentrum des Anbieters, Region wählbarFrei wählbar, auch vollständig inhouse
BindungAn SAPAn Anbieter und dessen HostingGering, Modell austauschbar
Passt gut beiStandardnahem Betrieb, breiter NutzungVielen Automatisierungen, vorhandenem HostingEinzelnen, klar definierten Aufgaben

Was Sie unabhängig vom Weg klären sollten

Einige Punkte gelten für alle drei Varianten und werden regelmäßig zu spät bedacht.

Nachvollziehbarkeit

Wenn ein System Vorschläge erzeugt oder Belege anlegt, muss dokumentiert sein, wer oder was das ausgelöst hat und wer freigegeben hat. Für buchführungsrelevante Vorgänge ist das keine Fleißaufgabe, sondern eine Anforderung aus den GoBD.

Freigabe durch Menschen

Kein produktives Szenario sollte ohne definierte Freigabepunkte auskommen. Legen Sie vorab fest, ab welchem Betrag, bei welcher Abweichung und bei welchen Geschäftspartnern ein Mensch entscheidet.

Berechtigungen

Ein KI-Agent sollte nicht mehr sehen dürfen als der Anwender, in dessen Auftrag er arbeitet. Prüfen Sie, ob die gewählte Lösung Ihr Berechtigungskonzept übernimmt oder daran vorbei arbeitet.

Datenqualität

Jede Automatisierung ist nur so gut wie die Stammdaten darunter. Wer heute uneinheitliche Artikelbezeichnungen und lückenhafte Geschäftspartnerdaten pflegt, bekommt durch KI keine besseren Ergebnisse, sondern schnellere falsche.

Ausstieg

Klären Sie vor der Entscheidung, was passiert, wenn Sie in zwei Jahren wechseln möchten. Welche Konfiguration gehört Ihnen, was bleibt beim Anbieter?

Fazit

Die interessante Frage lautet nicht, welche KI-Lösung für SAP Business One die beste ist. Sie lautet, welche Aufgabe Sie lösen wollen und was Ihnen die Lösung wert ist. Aus dieser Antwort ergibt sich der Weg fast von selbst.

Für einzelne, gut abgegrenzte Anwendungsfälle ist eine eigene Anbindung über MCP häufig schneller und günstiger, als die Diskussion vermuten lässt. Für eine breite Automatisierung über viele Abläufe hinweg spielt eine Plattform ihre Stärken aus. Und wer ohnehin standardnah bleiben möchte, fährt mit den SAP-eigenen Funktionen gut, sollte aber die verbrauchsabhängige Abrechnung im Blick behalten.

Als unabhängiger Berater verkaufe ich Ihnen weder eine Plattform noch ein Abonnement. Ich sage Ihnen, welcher Weg zu Ihrem Anwendungsfall, zu Ihrer Systemlandschaft und zu Ihrem Budget passt. 

Sprechen wir darüber, bevor Sie irgendwo was buchen.

Einkaufsanalyse nach Artikel im Web Client: Was SAP (noch) nicht mitliefert, und wie man es sich selbst baut

Stand: Juli 2026 | SAP Business One 10.0, Web Client SP2605

Die Ausgangsfrage

Eine scheinbar triviale Anforderung: „Zeige mir alle Eingangsrechnungen, in denen Artikel X eingekauft wurde.“ Im Desktop-Client ist das seit Jahren ein Ein-Klick-Vorgang. Einkaufsanalyse öffnen, nach Artikel und Zeitraum filtern, Doppelklick auf die Ergebniszeile, fertig. SAP springt direkt zu den zugrunde liegenden Belegen.

Im Web Client sucht man diese Funktion vergebens. Die Recherche dazu zeigt exemplarisch, wo der Web Client aktuell steht: Leistungsfähig unter der Haube, aber an entscheidenden Stellen noch nicht zu Ende gedacht!

Kritik: Die Lücke ist real

Der Web Client bietet für den Verkauf eine eigene Verkaufsanalyse-Berichtssicht inklusive nativer Datenaufschlüsselung (Drilldown auf Belegebene), also genau die Funktion, die man sich für den Einkauf wünschen würde. Eine äquivalente Einkaufsanalyse-Berichtssicht existiert dort schlicht nicht. Wer im Einkauf nach Artikel filtern will, landet bei den Standard-Listenansichten der Eingangsrechnungen. Die sind aber beleg- (kopf-)basiert und bieten keine Filterung auf Positionsebene.

Der naheliegende Workaround, Benutzerdefinierte Abfragen (UDQ), funktioniert zwar inhaltlich, aber nicht dort, wo man ihn zuerst vermutet. Die Funktion „Verknüpfte Listenansichten“, mit der sich normalerweise Objekte klickbar miteinander verbinden lassen, akzeptiert UDQs weder als Quelle noch als Ziel. Bis man das durch Ausprobieren zweifelsfrei ausgeschlossen hat, kostet das unnötig Zeit. Ein Hinweis in der Dokumentation dazu wäre wünschenswert.

Lob: Wo es dann doch elegant wird

Der eigentliche Weg liegt eine Ebene tiefer, direkt in der UDQ selbst, und der ist tatsächlich gut gemacht.

Echte Laufzeitparameter. UDQs unterstützen benannte Parameter (:parametername) mit Typ und optionalem Standardwert. Kein reines Static-SQL-Konstrukt, sondern eine Abfrage, die sich wie ein kleines Formular verhält.

Spaltenweise Objektverknüpfung. Im Reiter „Spalten“ lässt sich jede Spalte gezielt mit einer Systemtabelle verknüpfen (DocEntry zu OPCH, ItemCode zu OITM etc.). Genau das erzeugt den gesuchten Effekt: Sobald die Ergebnisliste über „In Listenansicht öffnen“ dargestellt wird, sind Belegnummer, Geschäftspartner und Artikelnummer automatisch anklickbar und führen direkt in die jeweilige Detailsicht.

Sofort nutzbare Listenansicht. Die UDQ-Ergebnisliste kommt automatisch mit Filterleiste, Gruppierung, Tabellen-/Diagrammansicht und Excel-Export. Alles Bordmittel, kein Zusatzaufwand.

Beispielhafte Abfrage (HANA-Syntax) für „alle Eingangsrechnungspositionen zu einem Artikel“:

SELECT T0."DocEntry", T0."DocNum", T0."DocDate", T0."CardName", T1."ItemCode", T1."Dscription", T1."Quantity", T1."LineTotal" FROM OPCH T0 INNER JOIN PCH1 T1 ON T0."DocEntry" = T1."DocEntry" WHERE T0."CANCELED" = 'N'

Ohne Artikel-Filter im WHERE liefert das eine vollständige Übersicht aller Einkaufspositionen, die sich anschließend direkt in der Listenansicht nach Artikelnummer filtern und gruppieren lässt. Für den Einzelfall reicht ein Parameter à la :myItemCode, für die Massenauswertung lässt man ihn einfach weg.

Screenshot

Stolperfallen beim Spalten-Mapping

Zwei Dinge, die beim Nachbauen leicht schiefgehen und nirgends dokumentiert sind.

„Verknüpfung mit“ gehört nur auf das Schlüsselfeld. Es ist verlockend, bei allen Spalten aus derselben Quelltabelle (DocEntry, DocNum, DocDate, CardName) pauschal „Verknüpfung mit: OPCH“ zu setzen, schließlich gehören sie ja alle zum selben Beleg. Das führt aber dazu, dass die Listenansicht durcheinanderkommt, welcher Wert der eigentliche Schlüssel ist und welcher nur Anzeigefeld. In unserem Testfall zeigte „Interne Nummer“ plötzlich den DocNum-Wert statt des echten DocEntry. Richtig ist: nur das eindeutige Schlüsselfeld (DocEntry) mit dem Objekt verknüpfen, alle anderen Spalten bleiben ohne Objektverknüpfung.

Verknüpfte Spalten zeigen die Objekt-Standardanzeige, nicht den Rohwert. Sobald eine Spalte korrekt mit einem Objekt verknüpft ist, ersetzt der Web Client den ursprünglichen SQL-Wert durch die Standard-Darstellung dieses Objekts. Bei Belegen ist das die Belegnummer (DocNum), nicht der interne Schlüssel (DocEntry). Der Link selbst funktioniert trotzdem korrekt, intern wird weiterhin der echte DocEntry für die Navigation verwendet, aber wer bewusst den Rohwert anzeigen wollte, wird von der Anzeige überrascht. Rein kosmetisch, aber gut zu wissen, bevor man auf die Suche nach einem vermeintlichen Bug geht.

Fazit

Der Web Client zwingt an dieser Stelle zu einem Umweg, den es im Desktop-Client nicht braucht. Das ist ein echter Funktionsrückstand, den SAP schließen sollte, zumal die Verkaufsseite zeigt, dass man es besser kann. Gleichzeitig ist bemerkenswert, mit wie wenig Aufwand sich diese Lücke selbst schließen lässt: eine SQL-Abfrage, ein paar Klicks in den Spalten-Metadaten, fertig ist eine wiederverwendbare, klickbare Analyse-Kachel. Ganz ohne Programmierung, ganz ohne Crystal Reports, ganz ohne Entwickler-Zugriff auf die Datenbank. Das ist state of the art für Self-Service-Analytics im SMB-Umfeld.

Offen für einen Folgebeitrag: Ob sich mehrere Belegarten (Eingangsrechnung, Eingangsgutschrift) per UNION ALL in einer Query kombinieren lassen, ohne die Objektverknüpfung pro Zeile zu verlieren. Dazu bald mehr, sobald der Praxistest steht.